Wie funktioniert das Regiecenter?
Leitfaden: Regiecenter‑Eintrag bearbeiten (detaillierter Workflow)
Dieser Leitfaden beschreibt Schritt für Schritt, wie Einträge im Regiecenter von KOBOLD CONTROL fachlich korrekt bearbeitet und interpretiert werden. Ziel ist eine nachvollziehbare Projektkalkulation als Grundlage für Controlling, Einsatzplanung und Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen.
1. Zweck des Regiecenters
Das Regiecenter ermöglicht es, zu unterschiedlichen Stichtagen eine strukturierte Projektkalkulation vorzunehmen. Es bildet den Zusammenhang zwischen:
-
Honorar,
-
Fremdleistungen,
-
Budget,
-
kalkulierten Stundensätzen,
-
Soll‑ und Planstunden,
-
Projektstand IST
ab und stellt diese Informationen für Auswertungen und Planungen bereit.
Die Berechnungen basieren immer auf dem Honorar, welches:
-
entweder automatisch aus der Honorarermittlung übernommen wird,
-
oder manuell eingetragen und verteilt werden kann.
2. Stichtag anlegen oder bearbeiten
-
Im Regiecenter werden Kalkulationen stichtagsbezogen geführt
-
Für Änderungen wird entweder:
-
ein bestehender Stichtag bearbeitet oder
-
ein neuer Stichtag angelegt, um Entwicklungen nachvollziehbar zu dokumentieren
-
Empfehlung: Bei wesentlichen Änderungen (Honorar, Budget, Projektstand) immer neuen Stichtag anlegen.
3. Fremdleistung planen
Zweck
Geplante Fremdleistungen reduzieren das für das eigene Büro verfügbare Honorar (Eigenhonorar).
Vorgehen
-
Fremdleistungen können je Honorarposition:
-
als Prozentsatz oder
-
als absolute €‑Summe erfasst werden
-
Ergebnis
-
KOBOLD CONTROL berechnet automatisch das Eigenhonorar:
Honorar – Fremdleistung = Eigenhonorar
Wichtig:
-
Fremdleistungen wirken sich direkt auf Budget, Sollstunden und Wirtschaftlichkeit aus
4. Budget
Zweck
Das Budget definiert den intern geplanten Kostenrahmen für die Projektbearbeitung.
Berechnung
-
Das Budget wird prozentual vom Eigenhonorar berechnet
-
Ein Standard‑Budget kann:
-
in den Einstellungen projektübergreifend vorbelegt werden
-
im Projekt individuell angepasst werden
-
Beispiel
-
Eigenhonorar: 100.000 €
-
Budget: 80 %
-
→ Budget = 80.000 €
5. Kalkulierte Stundensätze
Zweck
Kalkulierte Stundensätze bilden die realistischen Kosten je Stunde pro Tätigkeit ab.
Berechnungslogik
KOBOLD CONTROL ermittelt je Tätigkeit einen durchschnittlichen Stundensatz auf Basis von:
-
ausgewählten Zeiträumen,
-
Projekt‑ bzw. Projektarten,
-
eingesetzten Mitarbeitergruppen,
-
deren tatsächlichem Verhältnis in den Tätigkeiten
Wichtiger Bestandteil
Der Gemeinkostenfaktor ist in den kalkulierten Stundensätzen enthalten.
Damit berücksichtigen die Stundensätze:
-
Personalkosten
-
Gemeinkosten (z. B. Verwaltung, IT, Miete)
6. Sollstunden
Zweck
Sollstunden zeigen, wie viele Stunden rechnerisch zur Verfügung stehen, um das Budget einzuhalten.
Berechnung
Sollstunden = Budget ÷ kalkulierter Stundensatz
Die Berechnung erfolgt:
-
je Tätigkeit
-
automatisch durch KOBOLD CONTROL
7. Planstunden
Zweck
Planstunden bilden die bewusste, fachliche Planung des Projekts ab.
Vorgehen
-
Über den Button „Planstunden“ können die Sollstunden direkt übernommen werden
-
Anschließend können die Planstunden:
-
manuell angepasst werden
-
auf Basis von Erfahrungswerten oder Projektbesonderheiten verändert werden
-
Ergebnis
-
Aus Planstunden × kalkuliertem Stundensatz ergeben sich die Plankosten
Empfehlung: Planstunden nicht blind übernehmen, sondern projektindividuell prüfen.
8. Projektstand IST
Zweck
Der Projektstand IST bildet den subjektiv eingeschätzten Leistungsfortschritt ab.
Eigenschaften
-
Prozentuale Angabe
-
Nicht automatisch berechnet
-
Dient der Gegenüberstellung von:
-
geplanten Leistungen
-
tatsächlich erbrachten Leistungen
-
Der Projektstand IST ist ein steuerndes Controlling‑Instrument, kein reiner Rechenwert.
9. Zusammenhang zur Einsatzplanung
Die im Regiecenter ermittelten Werte bilden die Grundlage für:
-
realistische Mitarbeitereinsatzplanung,
-
Kapazitätssteuerung,
-
frühzeitiges Erkennen von Budget‑ und Stundenabweichungen.
Insbesondere die Planstunden je Tätigkeit sind entscheidend für eine effektive Einsatzplanung.
10. Best‑Practice‑Hinweise
-
Regelmäßig neue Stichtage anlegen
-
Fremdleistungen frühzeitig pflegen
-
Budget bewusst festlegen und prüfen
-
Planstunden aktiv steuern, nicht nur übernehmen
-
Projektstand IST realistisch einschätzen
-
Regiecenter regelmäßig im Projektverlauf aktualisieren
11. Zusammenfassung
Das Regiecenter ist das zentrale Steuerungsinstrument für:
-
Projektwirtschaftlichkeit
-
Kostenkontrolle
-
Ressourcenplanung
Eine saubere Pflege der Einträge ermöglicht fundierte Entscheidungen und transparente Projektsteuerung.